Drei Wochen in Südafrika

Manche sagen, es sei die Reise ihres Lebens. Und ehrlich gesagt, können wir da nicht wirklich widersprechen!

Drei Wochen lang sind wir durch Südafrika gereist, zwischen atemberaubenden Landschaften, wilden Tieren, der Geschichte des Landes und Momenten, die wir so schnell nicht vergessen werden. Drei Wochen, die wie im Flug vergangen sind, uns aber das Gefühl gegeben haben, tausend Abenteuer erlebt zu haben.

Statt also zu versuchen, diese Reise in ein paar Worten zusammenzufassen, nehmen wir euch Schritt für Schritt mit auf diese drei Wochen in Südafrika.

Timeline und Karte

Damit du dich während der Lektüre besser orientieren kannst, haben wir hier unsere Reise pro Tag aufgeschlüsselt, inklusive zurückgelegter Kilometer und Fahrzeit. Außerdem haben wir eine Karte erstellt, auf der unsere Stopps markiert sind.

Von jedem Abschnitt verlinken wir hierher, sodass du während dem Lesen nicht zu viel hin und her scrollen musst. 

Tag 1:

Ankunft in Johannesburg

Tag 2:

Johannesburg

Highlights: Apartheid Museum, Soweto

Tag 3:

Johannesburg – Graskop

(380 km)

Highlights: wir sehen die ersten Nashörner

Tag 4:

Graskop

(100 km)

Highlights: Blyde River Canyon

Tag 5:

Graskop – Kruger National Park (Letaba Rest Camp)

(280 km)

Highlights: die ersten Elefanten, Giraffen und Zebras

Tag 6:

Kruger National Park

Highlights: Olifant Rest Camp, Hyänen, Game Walk

Tag 7:

Kruger National Park

Highlights: Mopani Rest Camp, Sunset Game Drive

Tag 8:

Letaba Rest Camp – Moditlo Game Reserve

(150 km)

Highlights: Löwen, Satara Rest Camp

Tag 9:

Moditlo Game Reserve

Highlights: Little Africa Safari Lodge, Gepardsichtung

Tag 10:

Moditlo Game Reserve – Marloth Park

(220 km)

Highlights: Skukuza Rest Camp, unzählige Elefanten

Tag 11:

Marloth Park – Hlane National Park (Eswatini)

(140 km)

Highlights: Sunset Game Drive, Löwen

Tag 12:

Hlane National Park (Eswatini) – Kuleni Game Park

(240 km)

Highlights: Nashörner zu Fuß, Zebras im Garten

Tag 13:

Ausflug nach St. Lucia

(100 km)

Highlights: Flusspferde

Tag 14:

Ausflug nach Hluhluwe iMfolozi Park

(30 km)

Highlights: Letzte Safari

Tag 15:

Kuleni Game Park – Durban

(280 km)

Tag 16:

Durban – Kapstadt

(1600 km – Flug)

Highlights: V&A Waterfront

Tag 17:

Kapstadt

Highlights: Tafelberg, Bo-Kaap

Tag 18:

Ausflug zum Kap der Guten Hoffnung

(70 km)

Highlights: Pazifikstrände, Cape Point

Tag 19:

Ausflug nach Franchhoek

(75 km)

Highlights: District Six, Babylonstoren

Tag 20:

Ausflug nach Robben Island

Highlights: Führung durch das Gefängnis von Nelson Mandela

Tag 21:

Ausflug nach Simon’s Town

(70 km)

Highlights: Pinguine, Botanischer Garten von Kapstadt

Tag 22:

Ausflug nach Stellenbosch

(50 km)

Highlights: Ernie Els‘ Wines

Klicke auf die Karte, um alle Punkte anzuzeigen.

Teil 1: Johannesburg

Johannesburg ist für viele Reisende, die den Kruger Nationalpark im Osten bereisen wollen, der Ankunftsort in Südafrika. So war es auch bei uns. Um uns etwas von den Reisestrapazen zu erholen und uns an die Zeitzone zu gewöhnen, verbrachten wir zwei Nächte in der größten Stadt des Landes. 

Johannesburg ist keine schöne Stadt, und es gibt nur wenige touristische Attraktionen. Wir fanden unseren Aufenthalt aber wichtig. Im Apartheid Museum und im Township Soweto lernten wir viel über die Geschichte und die Gegenwart des Landes. So erlangten wir bereits etwas Hintergrundwissen bevor es dann mehre Tage nur noch um Tiere gehen sollte.

Reisetage: 1 – 2

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Hop on Hop off Johannesburg

Wir erkunden Johannesburg mit dem Hop-on-Hop-off-Bus, dem roten Doppeldeckerbus, der Touristen weltweit zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten einer Stadt bringt. Zunächst fahren wir durch Viertel, in denen hohe Mauern und Stacheldraht Grundstücke schützen. Hinter diesen Mauern erblicken wir üppige Villen und Reihenhäuser der Mittelklasse. Dieser Teil der Fahrt bot einen wichtigen Kontrast zu dem, was wir später besichtigen sollten.

Auf unserer Tour hatten wir zwei Stopps eingeplant. Zuerst besuchten wir das Apartheid Museum, gefolgt von einer zusätzlichen Tour durch das Township Soweto. 

Apartheid Museum

Das Apartheid Museum erzählt die Geschichte von den Anfängen der Segregation bis zu den ersten freien Wahlen nach der Apartheid. Die Ausstellung ist modern, super interessant und bewegend.

Jeder Besucher erhält per Zufall eine Eintrittskarte für den Weißen oder Nicht-Weißen Eingang. So erfährt man bereits am Anfang etwas von dem absurden System, das Menschen nach ihrer äußeren Erscheinung aufteilte.

Menschen mit europäischen Gesichtszügen und heller Hautfarbe durften mehr oder weniger machen, was ihr Geldbeutel erlaubt. Falls die Hautfarbe nicht hell genug war drohte die Klassifizierung als „Colored“ – weder weiß noch schwarz, die die Freiheit bereits ordentlich beschränkte. Als Schwarzer waren die Freiheiten erheblich eingeschränkt. Offiziell durfte man nur in Reserven, den „Homelands“, leben, außer man hatte Arbeit in einer Mine oder der Stadt, dann durfte man in ein Township ziehen.

Falls sein Aussehen sich am Rande der Erscheinungskriterieren befand konnte man auch eine erneute Klassifizierung beantragen, und eventuell als „Colored“ zu einem Weißen aufsteigen. Die Konsequenzen waren dann allerdings gravierend. Zwar erlebte man einen gewissen sozialen Aufstieg und mehr Freiheiten, aber man durfte sich nicht mehr zusammen mit seiner Familie oder alten Freunden sehen lassen.

Auch Kinder wurden klassifiziert und konnten in eine andere Kategorie, wie ihre Eltern fallen… Ein abscheuliches System.

Wir verbrachten etwa 2h im Museum bevor wir wieder in den Bus stiegen.

Soweto

Am Casino von Johannesburg, ein Stopp vom Apartheid Museum entfernt, wechseln wir den Bus. Wir hatten eine zusätzliche Tour gebucht, die uns durch das Township Soweto führt. Anstatt einer aufgezeichneten Audio-Führung wie im Doppeldecker-Bus, begleitet uns in dem kleinen Bus ein echter Guide, der uns enthusiastisch die Geschichten aus seinem Soweto erzählt.

Soweto war ursprünglich eine Siedlung nur für Schwarze, um in den Goldminen in der Nähe zu arbeiten. Während die ersten Bewohner nur in behelfsmäßigen „Shacks“ hausten, gibt es heute eine Vielzahl von Unterkünften – von Welchblechhütten, über Zweiraum-Einfamilienhäuser bis zu kleinen Villen, die, wie in Johannesburg, mit Stacheldraht umzäunt sind. 

Soweto ist eine Großstadt mit mehreren Millionen Einwohnern und so gibt es hier alle Services, unter anderem eines der größten Krankenhäuser Südafrikas. Stolz berichtet unser Guide, dass er alles in Soweto haben kann, und eigentlich nie nach Johannesburg muss.

Die Höhepunkte der Tour waren zwei Miniführungen zu Fuß. 

Als erstes halten wir an dem Ort an dem 1976 die Schüleraufstände eskalierten. Die Apartheid-Regierung wollte Unterricht auf Afrikaans zur Pflicht machen. Die Sprache konnte allerdings kaum einer sprechen, was die Bildung der Schwarzen noch mehr unterdrückt hätte, als das eh schon niedrige Niveau der sogenannten „Bantu-Schools“. Mehrere Tausend Jugendliche marschierten durch Soweto, bis die Aufstände blutig niedergeschlagen wurde.

Danach halten wir am Haus von Nelson Mandela. Er wohnte vor seiner Verhaftung einige Jahre in Soweto. Das kleine Haus ist heute ein Museum. 

Wir bleiben nur kurz, denn es fängt heftig an zu regnen. Während unser Guide uns einiges über Mandelas Leben erzählt, fahren wir zurück zu unserem Doppeldecker-Bus.

Wir waren vor der Reise nicht sicher, ob wir uns Soweto anschauen sollten. Aber es ergänzte sich perfekt mit dem Museum, um diesen Teil der südafrikanischen Gesellschaft besser zu verstehen.

Teil 2: Graskop und die Panoramaroute

Reisetage: 3 – 4

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Am Flughafen von Johannesburg holen wir unseren Mietwagen ab – ein Haval H6 SUV. Wir fahren nach Graskop in die Drakensbergen. Das Dorf Graskop liegt auf der sogenannten Panoramaroute. Mehrere Aussichtspunkte bieten spektakuläre Aussichten auf Canyons, Wasserfälle und die Landschaft.

In Graskop übernachten wir zwei Nächte in „Molly‘s Garden Cottage“. Das Cottage bietet eine große Terrasse und einen kleinen Garten. Zum Abendessen machen wir „Braai“, also Barbecue, vom Holzkohlegrill. Die Abende verbringen wir jedoch im Haus und wir heizen den Holzofen ein. Wir genießen die frischen Temperaturen der Berge, bevor es hinunter in die warme Ebene geht.

Unsere Highlights der Panoramaroute

Pilgrim’s Rest

Das ehemalige Goldgräber-Dorf ist heute ein Museum. Die alten Gebäude sind restauriert und bieten einen Einblick in die Geschichte der Gegend. Gleichzeitig gibt es an jeder Ecke Souvenirs von Straßenhändlern zu kaufen.

Wir verpassen allerdings das Informationszentrum, wo die Tickets verkauft werden, um die Gebäude von Innen zu besichtigen. Der Ort ist größer als anfangs angenommen und wir haben am unteren Ende des Ortes geparkt. Nachdem wir etwa durch die Hälfte des Ortes gelaufen sind, beschließen wir das Auto zu holen und weiter zu fahren.

Lisbon Falls

Als nächstes halten wir bei den Lisbon Falls. Die Wasserfälle sind beeindruckend und das Panorama ist traumhaft. Mit 90 Metern sind es die höchsten Wasserfälle der Mpumalanga Provinz. 

Der Aussichtspunkt liegt nur wenige Meter vom Parkplatz entfernt. Parken kostet eine kleine Gebühr. Es gibt nicht viel mehr als den Aussichtspunkt und so verlassen wir den Ort nach etwa einer Viertelstunde wieder.

Bourke’s Pot Holes

Zur Mittagszeit erreichen wir die Bourke‘s Pot Holes. Hier hat der Blyde River mehrere kleine Canyons und Löcher in den Stein gegraben. 

Die Pot Holes sind einen kleinen Fußmarch vom Parkplatz entfernt. Hier gibt es neben den obligatorischen Souvenirhändlern auch ein kleines Restaurant, bei dem wir zu Mittag essen. Außerdem versuchen die Einheimischen die ankommenden Besucher mit lokalen Tänzen zu beeindrucken.

Blyde River Canyon

Das Highlight der Panoramaroute ist die Aussicht auf den Blyde River Canyon. Der Canyon ist etwa 800 Meter tief und 26 Kilomter lang und damit der drittgrößte Canyon der Welt. Er beginnt bereits bei den Bourke‘s Pot Holes, aber ist so richtig beeindruckend am Aussichtspunkt auf die „Three Rondavels“, eine Gesteinsformation die an die runden Hütten der Einheimischen erinnert. 

Am Aussichtspunkt der „Three Rondavels“ verbringen wir eine gute Stunde und machen Fotos aus allen möglichen Winkeln. Die Aussicht ist unwirklich und atemberaubend schön.

God‘s Window

Auf dem Rückweg nach Graskop halten wir am Aussichtspunkt „God‘s Window“. Hier enden die Drakensberge abrupt und wir schauen auf eine weite Ebene, über den Krüger Nationalpark und bis nach Mozambik.

Teil 3: Kruger Nationalpark

Reisetage: 5 – 7

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Der Kruger Nationalpark im Osten von Südafrika ist einer der berühmtesten Nationalparks der Welt. Hier kann man, mit etwas Glück, die Big Five entdecken. Das Tolle: hier dürfen wir selbst auf Safari fahren und sind nicht auf Guides angewiesen. Das führte zu einigen aufregenden Tierbegegnungen.

Von zu Hause aus, war es schwierig abzuschätzen, wie viele Tage wir im Kruger verbringen sollten. Sollten wir außerhalb oder im Park übernachten? Wir diskutierten lange und intensiv. Schließlich reservierten wir drei Nächte im Letaba Rest Camp, mitten im Park: Eine sehr gute Entscheidung.

Tag 1: Vom Orpen Gate nach Letaba

Unsere Tour im Krüger beginnt am Orpen Gate. Es liegt im Westen des Krügernationalparks, in der Nähe der kleinen Stadt Acornhoek. 

Noch bevor wir parken, um unseren Eintritt zu bezahlen, sehen wir unseren ersten Elefanten (Big Five Nr. 1!). Was für ein unglaublicher Anblick! Ein Elefant, etwa Hundert Meter entfernt und kein Zaun dazwischen!

Kurz darauf verlassen wir das Orpen Rest Camp, als ein weiterer Elefant die Straße überquert. Keine halbe Stunde im Park und schon haben wir zwei Elefanten gesehen: Wir sind begeistert!

Dann beginnt unsere Safari so richtig. Wir fahren etwa vier Stunden lang mit einer Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h durch die Savanne. Immer wieder halten wir an, da wir Giraffen und Elefanten oft direkt an der Straße antreffen. Außerdem sehen wir an diesem Tag ein einsames Warzenschwein, Flusspferde im Wasser und Gnus. Der erste Tag hat unsere Erwartungen bereits übertroffen.

Im Letaba Rest Camp angekommen beziehen wir unsere runden Hütten mit Strohdach, auch Rondavels genannt. Die Hütten sind nicht sehr luxuriös, aber in Ordnung. Drinnen gibt es neben Betten ein Bad und Klimaanlage. Die Küche befindet sich draußen auf einer kleinen überdachten Terrasse. Zum Abendessen sitzen wir auf der Terrasse des Restaurants des Camps und genießen die herrliche Aussicht auf den Fluss Letaba. 

Während wir diesen Artikel schreiben (Januar 2026), hat der Fluss extremes Hochwasser und das Letaba Rest Camp scheint komplett unter Wasser zu stehen. Wir hoffen, dass die Schäden in der Region nicht all zu hoch sind und sie sich schnell wieder erholt.

Tag 2: Olifant Rest Camp und Letaba Game Walk

Wer auf Safari geht, steht früh auf. Mit dem Sonnenaufgang um halb 6 öffnet das Tor des Camp. 

Zum Aufwachen laufen wir mit unserem Instant-Kaffee zum Fluss und halten nach Tieren Ausschau. Ein Ritual, welches wir jeden Tag in Letaba wiederholen. Außer ein paar Antilopen bekommen wir aber nur wenig zu sehen. Der kurze Spaziergang lohnt sich trotzdem für das morgendliche Licht und die Ruhe.

Game Drive nach Olifant

Neben asphaltierten „Hauptstraßen“ die die Camps verbinden, gibt es auch zahlreiche Schotterwege. Einen solchen folgen wir am Morgen in Richtung des Olifant Camp.

Auf dem Weg nach Olifant sehen wir eine Hyänen Familie mit einem wenige Wochen alten Baby. Zu unserem Glück hatte sich die Familie ihren Bau direkt am Wegesrand eingerichtet. 

Außerdem treffen wir auf mehrere Gruppen von Elefanten, meistens Mütter mit Jungtieren. Mehrmals halten wir an, weil die Tiere direkt vor uns den Weg überqueren. Das ist jedes Mal wahnsinnig beeindruckend. 

Im Olifant Camp frühstücken wir. Die Terrasse überblickt ebenfalls einen Fluss und wir genießen die Aussicht. Danach machen wir uns wieder auf den Rückweg. 

Zu Fuß zu den Flusspferden

Am späten Nachmittag nehmen wir am Game Walk Teil. Wir haben Glück und sind die einzigen Teilnehmer. 

Begleitet von zwei bewaffneten Rangern erkunden wir den Busch zu Fuß. Gleich am Anfang führen sie uns zu einer Gruppe von Flusspferden. Etwa 10 Augenpaare beobachten uns gespannt aus dem Wasser, während uns unsere Guides alles Mögliche über die Tiere erzählen. Ansonsten lernen wir viel über die Tiere auf deren Kot wir unterwegs treffen. 

Bis auf eine einsame Giraffe, die schnell die Flucht ergreift, treffen wir auf keine Tiere. Die Giraffe hat uns von weitem erspäht. Es ist spannend, den Unterschied zu sehen zwischen der Reaktion eines Tieres auf Menschen zu Fuß oder im Auto. Zu Fuß werden wir wohl als Jäger wahrgenommen, während wir im Auto wenige Meter von den Tieren entfernt halten können.

Die Safari zu Fuß war besonders aufregend und spannend, weil wir auf der selben Ebene wie die Tiere unterwegs waren. Jederzeit hätten wir auf Elefanten treffen können. Wobei wir am Ende froh waren, dass der Game Walk eher ereignisarm blieb.

Tag 3: Mopani Rest Camp und Letaba Game Drive

Unser Programm ähnelt dem am Vortag: Am Vormittag fahren wir selbst auf Safari und für den Nachmittag haben wir einen Game Drive des Nationalparks gebucht.

Safari nach Mopani

Kurz vor 6 Uhr morgens brechen wir auf. Unser Ziel ist das Camp Mopani, etwa zwei Stunden nördlich von Letaba.

Unsere Highlights:

  • wir sehen unsere ersten drei Büffel (Big Five Nr. 2!)
  • wir folgen einem Elefanten ein paar Hundert Meter, während er gemütlich auf der Straße entlang läuft.
  • viele Zebras

Am dritten Tag haben wir uns an viele Tiere bereits gewöhnt und wir halten nicht mehr bei jeder Sichtung an. Selbst für Elefanten (immer beeindruckend), Giraffen (majestätisch) und Zebras (die schönsten in der Savanne) halten wir nur dann, wenn sie sich direkt an der Straße aufhalten. Der Kruger Nationalpark bietet einfach so viel qualitativ hochwertige Begegnungen. 

Wieder zurück in Letaba machen wir eine ausgedehnte Mittagspause in der wir versuchen mit der Hitze klarzukommen. Unter anderem besuchen wir das Elefantenmuseum im Camp. Es ist sehr umfangreich und bietet Informationen über die Geschichte und die Lebensweise der Elefanten, sowie über ihren Schutz (Bedrohung durch Wilderer) und ihre Eindämmung (zu viele Elefanten an einem Ort lassen Vegetation wenig Chancen).

Sunset Game Drive

Gegen 17:00 steigen wir in einen offenen Bus für unseren „Sunset Game Drive“. Unsere Fahrerin ist eine der Guides vom Vortag. Sie hat wieder ihr Gewehr dabei.

Die erste halbe Stunde passiert erstmal gar nichts. Nach ein paar Elefanten treffen wir dann wie aus dem Nichts auf eine Büffelherde von etwa 30 Tieren, die gemächlich unseren Weg quert.

Kurze Zeit später treffen wir auf eine weitere große Gruppe, diesmal von Pavianen.

Langsam geht die Sonne unter. Auf einmal halten wir abrupt an und unser Guide wird ganz aufgeregt. Vier afrikanische Wildhunde überqueren langsam den Weg und beobachten uns interessiert. Weil sie ständig in Bewegung sind, ist es selbst für die Guides eine Seltenheit, sie anzutreffen.

Dann wird es dunkel und wir fahren mit Spotlights weiter. Im Licht der Scheinwerfer ist es schwer, Tiere wahrzunehmen. Aber hin und wieder blitzen Augenpaare auf und unser Guide stoppt das Fahrzeug. Das Highlight ist, wieder ein Hyänen-Junges zu sehen, am selben Ort wie einen Tag zuvor.

Nach dem Game Drive genießen wir ein letztes Abendessen auf der Terrasse des Letaba Restaurants.

Tag 4: Day of the Lion – von Letaba nach Orpen

Wir verlassen das Letaba Rest Camp gegen halb 7. Unser Ziel ist die Little Africa Lodge in einer privaten Reserve außerhalb des Kruger Nationalparks. Bevor wir den Kruger verlassen, wollen wir unbedingt große Katzen sehen.

Von Letaba fahren wir nach Süden zum Camp von Satara. Gespannt scannen wir die Landschaft nach Löwen ab – eine Herausforderung, denn die Savanne hat mehr oder weniger die selben Farbtöne. Trotzdem bleiben wir motiviert. Niemand verlässt seinen Posten am Fenster, um die Wildnis zu beobachten.

Auf dem Weg halten wir auf einer Brücke. Hier darf man aus dem Auto aussteigen und den Fluss entlang schauen – ein guter Platz, um Tiere zu entdecken. Einige Besucher zeigen auf etwas in der Ferne. Es sind Löwen (Big Five Nr. 3!), die an einem toten Flusspferd fressen! Leider sind sie etwas weit entfernt für unsere Ferngläser und Kameras und wir erkennen sie nur schemenhaft, aber wir freuen uns trotzdem.

Kurze Zeit später, nach einem herzhaften Frühstück im Camp, kommen wir an ein Wasserloch. Hier erleben wir das erste Mal einen Mini-Stau im Kruger! Aufgeregt versuchen wir zu entdecken, was die anderen sehen: Und es sind wieder Löwen! Dieses Mal sind sie etwas näher. Sie entspannen und liegen faul im Schatten eines Busches. Nach etwa 15 Minuten schlängeln wir uns durch den Verkehr und fahren weiter in Richtung Orpen Gate.

Teil 4: Little Africa Safari Lodge

Reisetage: 8-10

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Nachdem wir den Kruger Nationalpark verlassen haben, machen wir uns auf den Weg zur Moditlo Nature Reserve, einem privaten Game Park. Auch hier gibt es die Big Five zu sehen, allerdings auf einer deutlich kleineren Fläche als im Kruger.

Für zwei Tage haben wir ein Luxus-Zelt in der Little Africa Safari Lodge reserviert, einem kleinen All inclusive Resort. 

Tag der Löwen: Episode II

Gegen halb 2 erreichen wir unsere Lodge. Die Managerin begrüßt uns mit einem kleinen Cocktail und feuchten Handtüchern – eine kleine Erfrischung gegen die drückende Hitze. Währenddessen bringt das Personal unsere Koffer zu unseren Zelten. Wir fühlen uns reich.

Nach dem Mittagessen kühlen wir uns etwas im Schwimmbecken ab. Gegen 16:00 geht es dann auf unseren ersten Game Drive in der Reserve.

Wir sitzen in einem offenen Jeep. Neben dem Fahrer, Alfa, haben wir auch einen Tracker, Ronnet, der auf einem Sitz an der Front des Autos Platz nimmt. Er soll die Spuren entlang der Wege interpretieren und uns zu den Tieren führen.

Kurz nach Beginn stoßen wir auf Elefanten. Allerdings ist ein Bulle überhaupt nicht glücklich, uns zu sehen. Er wedelt mit den Ohren und macht immer wieder Anstalten, auf uns loszugehen, sodass Alfa den Rückwärtsgang einlegt.

Danach erkunden wir weiter die Reserve.

Auf einmal halten wir an einem Wasserloch. Eine Löwin trinkt nur wenige Meter von uns entfernt. Als sie langsam in den Busch läuft, sehen wir, dass sie schwanger ist. Wir sind überwältigt. Nach den fernen Silhouetten gestern im Kruger können wir jetzt jede ihrer Bewegungen beobachten – ein magischer Moment.

Nur wenig später entdecken wir zwei weitere Löwen – diesmal ist die Atmosphäre ganz anders. Mehrere Safari-Wägen tummeln sich um die beiden, die ihren Verdauungsschlaf halten.

Hier sehen wir auch deutlich den Unterschied zwischen den Guides aus dem Nationalpark und den privaten Touren: Während im Kruger Nationalpark den Tieren viel Raum gelassen wird, fahren hier die Guides, einer nach dem anderen, ihre laut brummenden Safari-Fahrzeuge bis wenige Meter an die Löwen heran. Der Rummel um die schlafenden Tiere fühlt sich falsch an – trotzdem zücken auch wir unsere Kameras.

Danach fahren wir zurück zur Lodge. Nach einem Aperitif gibt es typisch südafrikanisches Braai – also Barbecue. Wir lassen den Tag Revue passieren und können noch immer nicht glauben, wie nah wir den Löwen waren.

Frühmorgendlicher Game Drive

Um 5 Uhr klingelt der Wecker. Nach einem kurzen Kaffee steigen wir in den Wagen für den morgendlichen Game Drive.

Nach etwa einer Stunde halten wir kurz den Atem an. Wir sehen in der Ferne eine Löwin am Wasserloch trinken. Doch als wir um die Kurve kommen, ist sie verschwunden. Der Guide korrigiert uns: Das muss ein Leopard gewesen sein. Löwen flüchten nicht so schnell. Dafür sehen wir am anderen Ufer unser erstes Nashorn (Big Five Nr. 4!).

Gegen 7 Uhr machen wir die Entdeckung des Tages – ein Gepard sitzt wenige Meter von seinem erlegten Impala. Er dreht uns den Rücken zu, ignoriert uns demonstrativ, bleibt aber wachsam. Wir hatten nicht gedacht, dass wir diese Raubkatze zu Gesicht bekommen würden!

Hier erleben wir zum ersten Mal die Spannungen unter den Guides. Einer beschimpft einen anderen, weil er zu nah an den Geparden heranfährt und die Regeln missachtet. Sobald die anderen Fahrzeuge verschwunden sind, fährt Alfa uns allerdings selbst in den Busch – noch näher heran.

Danach machen wir eine Kaffeepause im Busch. Im Gegensatz zum Kruger, wo sich die Guides nur bewaffnet zu Fuß bewegten, ist es hier kein Problem, das Fahrzeug zu verlassen.

Entspannen in der Lodge

Es wird heiß an diesem Tag. Als der Game Drive gegen 8:30 endet, sind wir bereits nass geschwitzt, aber ein leckeres Frühstück erwartet uns.

Den Rest des Tages wollen wir in der Lodge entspannen. Zwischen dem Game Drive am Morgen und der Sunset Safari um 16:00 haben wir frei. Wir verbringen die Zeit am Pool und kühlen uns immer wieder ab – bei 38 Grad und strahlendem Sonnenschein. Manchmal schauen Impala oder Nyala am Zaun vorbei. An der Bar gibt es kühle Getränke und gegen zwei Uhr wird ein Mittagessen serviert. So lässt sich’s aushalten.

Sunset Drive 

Für den Game Drive am Abend hat sich Alfa vorgenommen, uns einen Leoparden zu zeigen. Doof ist nur, dass es so ziemlich das scheueste Tier im Busch ist. Und so fahren wir quer durch die Reserve, aber leider ohne Erfolg. Wenigstens machen wir eine Pause an einem idyllischen Wasserloch. Ein Flusspferd beobachtet uns hin und wieder aus dem Wasser heraus. Wir genießen den Sonnenuntergang mit einem Bier, während die Sonne hinter den Drakensbergen verschwindet.

Letzter Game Drive

Unser Tag beginnt mit einer letzten Safari in der Moditlo Reserve. Alfa und Ronnet wollen uns immer noch gerne einen Leoparden zeigen, aber das Glück ist nicht mit uns. Die ersten 90 Minuten sehen wir sogar kaum ein Tier. Aber gut, wir sind ja auch nicht im Zoo!

Dann folgen unsere Guides plötzlich einer heißen Spur und halten nur wenige Meter entfernt von zwei Nashörnern, Mutter und Kind. Wunderbar!

Kurze Zeit später fragt uns Alfa, ob er Gas geben darf. Es gab Neuigkeiten über Funk. Natürlich willigen wir ein, und so werden wir noch einmal kräftig durchgeschüttelt, denn die Feldwege sind nicht im besten Zustand – Alfa nennt das ironisch „African Massage“.

Als wir anhalten, entdecken wir zwei Löwen. Das Männchen sitzt majestätisch mit erhobenem Kopf und blickt in unsere Richtung.

Unsere Fahrt ist fast vorbei. Ein letztes Mal halten wir im Busch für eine Kaffeepause. Da tauchen wieder zwei Nashörner auf und marschieren nur wenige Meter an uns vorbei. Zurück an der Lodge verabschieden wir uns von Alfa und Ronnet, unseren sympathischen Guides.

Durch den Kruger nach Marloth Park

Nach dem Frühstück fahren wir los. Unser Ziel ist Marloth Park, südlich des Kruger Nationalparks.

Wir fahren vom Paul Kruger Gate über Skukuza, dem größten Camp, bis zum Gate von Crocodile Bridge.

Auf dem Weg sehen wir nochmal zahlreiche Tiere. Vor allem Elefanten, die zu Dutzenden um den Fluss verweilen, der parallel zur Straße verläuft. Mehrere Male warten wir, bis Elefanten, oft mit ihren Jungen, die Straße überqueren. Obwohl wir das nun schon mehrfach erlebt haben, sind wir immer noch beeindruckt.

Den Abend verbringen wir in den African Sky Villas im Marloth Park – eine Reserve ohne die großen Raubkatzen, dafür mit Zebras und Antilopen, die frei herumlaufen.

Teil 5: Hlane Royal Game Park (Eswatini)

Reisetage: 11-12

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Nach einem großzügigen Frühstück, vorbereitet und serviert von unserem Host, fahren wir weiter. Unser Ziel ist der Hlane Nationalpark in Eswatini/Swasiland.

Der Grenzübertritt klappt ohne Probleme. Die Straße wird allerdings etwas schlechter. Bisher hatten wir in Südafrika kaum über Schlaglöcher zu klagen. In Eswatini müssen wir hingegen häufiger abbremsen.

Hlane ist bekannt für seinen Erfolg beim Schutz von Nashörnern. Gleich bei der Ankunft an unserem Camp sehen wir mehrere am nahen Wasserloch. Uns fällt sofort auf, dass die Nashörner ihre spitzen Hörner noch haben – ein seltener Anblick, denn oft werden sie zum Schutz vor Wilderern abgeschnitten.

Sunset Drive

Um 16:00 steigen wir wieder in ein Safari-Fahrzeug für einen Sunset Drive. Kaum haben wir das Camp verlassen, grinst unser Guide Jo: „Welcome to my office!“ Wir fahren zuerst etwas durch das Areal der Nashörner. Dann ein paar Meter durch die allgemeine Reserve, um in das 6.000 Hektar große Areal der Elefanten und Löwen zu fahren.

Wie so oft sehen wir in der ersten Hälfte nichts. Jo folgt zwar einer frischen Löwenspur, aber die Tiere bleiben versteckt.

Dann sehen wir plötzlich einen Elefanten. Jo fährt uns etwas näher. Nach einer Warngeste des Elefanten setzt Jo zurück und lässt ihn in Ruhe.

Dann findet Jo den Rest der Herde. Unser Weg kreuzt den der Matriarchin. Jo zögert kurz – dann gibt er Gas. Auch die Matriarchin beschleunigt. Wir passieren sie nur knapp!

Nach der Aufregung bekommen wir jeder ein Sibebe, das nationale Bier. Wir setzen die Fahrt aber fort, denn Jo ist noch nicht zufrieden.

Nach kurzer Zeit halten wir wieder und Jo zeigt nach vorne. Zwei Löwen mit Mähne kommen uns entgegen. Wir sind entzückt! Als sie sich hinsetzen, fahren wir langsam näher heran.

Dann beschließen sie weiterzulaufen und Jo wird es unheimlich. Er erklärt uns, dass Löwen mit fortschreitender Dunkelheit besser sehen – statt nur das Fahrzeug können sie uns als Menschen erkennen. Also setzen wir zurück.

Plötzlich fangen die Löwen an zu brüllen. Was für ein Spektakel!

Jo fährt uns aus dem Löwen-Areal, schließt das Tor und lädt uns ein auszusteigen. Bei Snacks und einem weiteren Bier erzählt uns Jo Anekdoten von den Safaris im Park. Es ist einer unserer besten Game Drives!

Nashörner zu Fuß

Wir stehen wieder früh auf, denn um 6 Uhr treffen wir uns für den nächsten Game Drive. Diesmal geht es vor allem um Nashörner.

Derrick, unser Guide, fährt uns durch die Reserve. Wie am Vortag sehen wir lange Zeit nur Impala und Nyala.

Dann halten wir an und Derrick lädt uns ein, die Nashörner zu Fuß zu suchen. Diesmal haben wir Erfolg.

Wir beobachten fünf gigantische Exemplare aus etwa 20 Metern Entfernung, wie sie sich um das Futter streiten. Sie sind ganz schön nah für ein Tier mit einem langen und spitzen Horn, aber Derrick macht einen entspannten Eindruck.

Als drei Nashörner in Richtung unseres Fahrzeugs laufen, folgen wir ihnen zu Fuß. Dann geht es wieder zurück zum Camp. Eine beeindruckende Erfahrung!

Teil 6: Hluhluwe

Reisetage: 12 – 15

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Wir verlassen Eswatini wieder und fahren in Richtung Küste. Unser Ziel: der Kuleni Park in der Nähe der Kleinstadt Hluhluwe. Am Park angekommen, folgen wir etwa 10 Minuten einem sandigen, schmalen Weg zu unserem Haus für die nächsten Tage. Das Haus ist riesig, aber das Besondere sind die Nachbarn: Hinter dem Haus grasen Gnus, Zebras und Giraffen. Ein wunderbarer Ort!

Hippos in St. Lucia

Gegen halb 6 stehen wir auf und setzen uns auf die Terrasse. Ein paar Zebras grasen nicht weit entfernt.

Um 7 Uhr fahren wir in Richtung St. Lucia an der Küste. Einen Großteil der Strecke legen wir auf der N2 zurück. Großzügige Seitenstreifen laden die Einheimischen dazu ein, aus zwei Spuren vier zu machen. Wir machen häufig Platz, weil wir LKWs nicht bei Gegenverkehr überholen wollen.

Für 9:30 haben wir eine Bootsfahrt reserviert, um Flusspferde zu sehen. Während der Fahrt regnet es heftig und wir sind froh, dass wir unsere Regenjacken mitgenommen haben. Wir halten an mehreren Gruppen von Flusspferden, die träge im Wasser entspannen. Die Tiere sind nachtaktiv und schlafen tagsüber im Wasser.

Das Highlight sehen wir am Ende der Tour. Vier junge Hippos toben in der Nähe des Ufers. Immer wieder reißen sie ihre Mäuler gegeneinander auf.

Zum Mittagessen sind wir in St. Lucia. Überall hängen Warnschilder vor Flusspferden, denn denen schmeckt das Gras in dem kleinen Ferienort besonders gut. Hippos sind eines der gefährlichsten Tiere für Menschen in Afrika.

Danach fahren wir die etwa 90 Minuten zurück zu unserem Ferienhaus. Für den Nachmittag haben wir uns nichts vorgenommen. Wir sitzen auf der Veranda, trinken Kaffee und beobachten Zebras und Giraffen. Einfach wunderbar.

Hluhluwe Reserve

Wieder stehen wir früh auf, um von der morgendlichen Stimmung zu profitieren. Heute wollen wir den Hluhluwe Park besuchen, die älteste Game Reserve von Südafrika. Auch hier gibt es die Big Five zu entdecken.

Anstatt eine Safari zu buchen, beschließen wir den Park mit dem Auto zu erkunden. Gleich zu Anfang halten wir mehrere Male für Nashörner. Schnell fällt uns ein großer Unterschied zum Kruger Nationalpark auf: die Vegetation ist deutlich dichter und grüner. Es ist schwer, einen guten Blick auf die Tiere zu bekommen.

Landschaftlich ist der Park allerdings Spitze. Die Hauptstraße führt über eine kleine Bergkette mit wunderschöner Aussicht.

Außerdem sehen wir einige Tiere: ein paar Elefanten, mehrere kleine Büffelherden, viele Impala, einige Zebras, Nyala und Warzenschweine.

Teil 7: Kapstadt

Reisetage: 16 – 22

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Kapstadt. Schon bei der Landung sehen wir den imposanten Tafelberg, der die Stadt überragt. Nach Wochen voller Safaris und Wildtierbeobachtungen tauchen wir nun in eine ganz andere Seite Südafrikas ein. Sieben Tage lang erkunden wir die pulsierende Metropole am Kap – eine Stadt voller Kontraste, Geschichte und atemberaubender Landschaften.

Tag 1: Ankunft

Gegen 9 Uhr sind wir am Flughafen von Durban, um unseren Mietwagen abzugeben. Dann warten wir auf unseren Flug nach Kapstadt.

Nach einem ruhigen Flug landen wir etwas holprig gegen halb 3. Schon bei der Landung sehen wir den imposanten Tafelberg, der die Stadt überragt.

Wir holen unseren Mietwagen ab und fahren zu unserer Unterkunft im Zentrum von Kapstadt. Die Übergabe gestaltet sich etwas kompliziert, da die Sicherheitsvorkehrungen streng sind. Unser Gesicht wird gescannt und dient ab jetzt als Eintrittskarte.

Als wir auf die Terrasse der großzügigen Ferienwohnung treten, staunen wir nicht schlecht: Wir haben eine fantastische Sicht auf den Tafelberg.

Zum Abendessen gehen wir in das Viertel V&A Waterfront, am Yachthafen. Hier gibt es viele Restaurants und Markenläden. Alles sehr schick und belebt. Hier vergisst man schnell, dass einige Kilometer weiter Menschen in Wellblechhütten hausen.

Während wir auf der Terrasse von Quay 4 sitzen, direkt am Hafenbecken, wird es frisch. Wir merken schnell, sobald die Sonne weg ist, braucht man in Kapstadt eine Jacke. Aber es tut gut, nach den heißen Nächten der letzten Wochen.

Tag 2: Wanderung auf den Tafelberg und Bo-kaap

Wir lassen es gemütlich angehen am Morgen und genießen unsere Terrasse. Heute steht der Tafelberg auf dem Programm. Francine und Michel steigen an der Seilbahn aus, während der Uber-Fahrer uns bis zum Beginn des Platteklip Gorge-Wegs fährt.

Es ist halb 11 und die Sonne scheint schon stark. Wir merken, dass wir etwas spät dran sind, aber gut, jetzt sind wir da. Erbarmungslos geht es immer bergauf. Auf etwas mehr als 3 Kilometern erklimmen wir 800 Höhenmeter.

Lange Zeit gibt es kaum Schatten. Zwar hatten wir vorher von Wind gelesen, und dass die Temperaturen geringer werden, je höher man steigt, aber das scheint heute nicht der Fall zu sein. Trotz der Strapazen gefällt uns die Wanderung. Die ganze Zeit haben wir eine großartige Aussicht über Cape Town, die Bucht und im Hintergrund die kargen Berge.

Oben angekommen, genießen wir die grandiose Aussicht vom Tafelberg. Zurück nehmen wir die Gondel. Der Boden der Gondel dreht sich, sodass alle Mitfahrer die Chance auf die gute Aussicht haben.

Nach einer kurzen Pause in der Wohnung erkunden wir das Viertel Bo-Kaap. Das vorwiegend muslimische Viertel hat die Apartheid überlebt. Die einfachen, bunt gestrichenen Häuser sind sehr beliebt bei Touristen.

Um das Licht der untergehenden Sonne zu genießen, lassen wir uns auf den Signal Hill fahren. Von hier hat man eine wunderbare Aussicht über Camps Bay und auf den Tafelberg. Der Hügel ist auch ein Startpunkt für Paraglider. Es wird uns zwar auch angeboten, aber wir verzichten.

Den Abend verbringen wir in der Wohnung und machen wieder einen kleinen Braai.

Tag 3: Kap der Guten Hoffnung

Heute verlassen wir die Stadt und fahren in Richtung Süden. Unser erster Halt ist Hout Bay. Hier werden kurze Exkursionen zu Inseln mit Robben angeboten, aber wir schlendern nur etwas entlang der Stände der Souvenirverkäufer.

Wir fahren weiter entlang des Chapman’s Peak Drive, der sich entlang der Steilküste schlängelt und mehrere Aussichtspunkte auf Hout Bay und den Ozean bietet. Wir halten ein paar Mal an wunderschönen weißen Stränden – im ruhigen Noordhoek und am beliebten Surferspot Muizenberg.

In Kalk Bay, am Rand von Muizenberg, essen wir zu Mittag, im Kalky’s, einem sehr einfachen Fisch- und Meeresfrüchte-Restaurant direkt im Fischerhafen.

Unser Ziel des Tages ist das Kap der Guten Hoffnung. Es ist ein Nationalpark, die Cape Point Nature Reserve, und der Eintrittspreis pro Person etwa derselbe wie für den Kruger: mehr als 500 Rand für internationale Gäste. Wir hoffen, es lohnt sich.

Nach dem Eingang folgen wir der schmalen Straße, die sich über mehrere Kilometer durch eine karge Landschaft zieht. Man kann sich vorstellen, wie windig es hier manchmal sein muss.

Wir parken am Ende der Straße. Hier bemerken wir zum ersten Mal, dass es eine der Hauptattraktionen der Region sein muss. Der Parkplatz ist fast voll und mehrere Tourbusse stehen auch hier. Wir hören alle möglichen Sprachen, vor allem Deutsch.

Ein Funicular fährt bis kurz unter den Leuchtturm, der auf mehr als 200 Metern über dem Meer steht. Wir laufen aber hoch. Es ist hier windiger als während unserer Wanderung auf den Tafelberg, aber durch die Sonne ist uns trotzdem schnell heiß. Oben angekommen, genießen wir die wunderbare Aussicht über den Ozean und entlang der Küste.

Wieder unten angekommen, beschließen wir, zum Cape of Good Hope zu wandern. Der Weg führt entlang einer traumhaften Bucht mit weißem Sandstrand und türkisblauem Wasser, wie aus einem James Bond-Film. Am Ende erwartet uns ein Schild für ein Erinnerungsfoto.

Tag 4: District 6 und Franchhoek

Wir beginnen unseren Tag mit etwas Geschichte. Wir besuchen das District 6 Museum. District 6 ist ein Bezirk in Kapstadt, in dem lange Zeit Menschen verschiedenster Herkunft und Hautfarbe zusammenlebten.

Anfang des 20. Jahrhunderts mussten Schwarze das Viertel verlassen. Später erklärte die Apartheid-Regierung den Bezirk zu einem Gebiet nur für Weiße. In den 60er Jahren wurden dann mehr als 60.000 Menschen in Townships zwangsweise umgesiedelt und ihre Häuser abgerissen.

Wir nehmen an einer Führung teil. Unser Guide ist gut und bringt uns nahe, was Apartheid für die Menschen bedeutete. Schwarze mussten einen riesigen Pass bei sich tragen – den „Dompass“ (Dummenpass) – sonst riskierten sie Gefängnis. Farbige hatten eine ID ähnlich der Weißen. Aber nur Weiße waren „Personen“ und durften sich überall frei bewegen.

Die Apartheid-Regierung wusste übrigens nie etwas mit dem Gebiet anzufangen. Noch heute sind einige Flächen nicht bebaut, weil die Besitzverhältnisse nicht geklärt sind. Es ist ein kleines Museum, aber wir sind sehr beeindruckt.

Danach kehren wir zurück zur Wohnung und holen unser Auto. Wir fahren nach Franschhoek, einem Dorf im Weinanbaugebiet nahe Kapstadt. Nach einem kurzen Spaziergang entlang der Hauptstraße beschließen wir, ein Weingut zu besuchen. Francine’s Reiseführer Routard empfiehlt Babylonstoren.

Als wir ankommen, staunen wir nicht schlecht. Das Anwesen ist riesig. Neben Wein gibt es hier einen riesigen Garten, Obstbäume, Oliven und vieles mehr.

Wir haben keine Zeit zu verlieren und steuern auf die Weinprobe zu. Davor geht es noch kurz in das Weinmuseum, das uns an die Cité de Vin in Bordeaux erinnert. Wir sind überrascht über die informative und interaktive Ausstellung und den Audioguide in 6 verschiedenen Sprachen.

Die Weinprobe ist in einem komplett verglasten, aber klimatisierten und modernen Gebäude. Wir probieren 6 verschiedene Weine, und kaufen eine Flasche Weißwein.

Danach laufen wir noch etwas durch die imposanten Gärten. Dann geht es wieder zurück nach Kapstadt.

Tag 5: Robben Island

Um 9:00 geht unsere Fähre nach Robben Island vom Hafen an der V&A Waterfront. Nach etwa 30 Minuten kommen wir an und steigen in einen Bus.

Hier beginnt der erste Teil der Führung. Der Bus fährt uns ein paar Kilometer über die Insel, durch das Dorf und vorbei am Steinbruch, an dem Mandela im Steinbruch arbeiten musste. Währenddessen erzählt uns unser Guide anschaulich von der Geschichte der Insel, die Jahrhunderte lang als Verbannungsort und Gefängnis genutzt wurde.

Dann halten wir am Gefängnis. Hier empfängt uns ein ehemaliger Gefangener, verurteilt mit 16 Jahren wegen Sabotage nach den Schülerprotesten in Soweto 1976. Er führt uns durch die verschiedenen Sektionen, zeigt uns die Zelle von Nelson Mandela und beantwortet ausgiebig Fragen zu seinen Erfahrungen. Er überzieht etwas und wir werden eilig zum Boot gerufen. Ein sehr interessanter Vormittag!

Am Nachmittag lassen wir uns nach Camps Bay fahren, westlich des Tafelbergs. Leider können wir den schönen Strand und unser Eis kaum genießen, denn der Wind weht heftig und bläst uns den Sand um die Ohren.

Von dort laufen wir die Küste entlang nach Clifton. Hier ist der Strand etwas geschützt und wir testen sogar das Wasser. Es ist kalt und wir bleiben immer nur wenige Sekunden! Ansonsten ist der Strand traumhaft schön.

Tag 6: Pinguine sehen

Wir fahren zum Frühstücken nach Simon’s Town, einem Küstenort in der Nähe von Cape Point. Hier gibt es auch eine Pinguinkolonie zu besuchen.

Holzstege führen über den Strand. Die Pinguine entspannen direkt daneben, hüten ihre Eier oder watscheln in Richtung Meer. Wir beobachten die Pinguine lange Zeit und machen unzählige Fotos.

Irgendwann wird es uns zu heiß und wir beschließen, wieder zurück in die Stadt zu fahren.

Dort besuchen wir noch kurz den botanischen Garten von Kapstadt, der zu den ältesten der Welt gehört. Er ist wunderschön gelegen mit Sicht auf den Tafelberg. Uns fehlt allerdings etwas Zeit und dazu ist es in der Sonne so unausstehlich heiß, sodass wir den Garten nicht lange genießen können.

Wieder zurück am Apartment machen wir uns frisch für den Abend. Wir haben im Gold reserviert. Hier gibt es Gerichte inspiriert von verschiedenen Gegenden Afrikas und dazu traditionelle Showeinlagen.

Als wir an unseren Tisch kommen, steht da schon eine Buschtrommel auf jedem Stuhl. Dann spielen wir zusammen mit den anderen Gästen, natürlich mit professioneller Begleitung. Auf jeden Fall unser Highlight an diesem Abend!

Tag 7: Stellenbosch

Für den letzten Tag in Südafrika kehren wir zurück in die Weinregion. Wir fahren nach Stellenbosch, etwa 45 Minuten vom Zentrum von Kapstadt entfernt. Während der Fahrt werden die Gegensätze Südafrikas nochmals deutlich: über mehrere Kilometer fahren wir an Slums vorbei.

Die Innenstadt von Stellenbosch ist nett und von Armut ist hier nichts zu sehen. Es ist viel los. Es gibt viele schöne kleine Geschäfte und die Terrassen der Restaurants sind gut besucht.

Am Nachmittag besuchen wir das Weingut von Ernie Els, einem ehemaligen Profi-Golfer. Wir müssen etwas auf die Weinprobe warten. In der Zwischenzeit genießen wir den Willkommens-Rosé und schauen uns die Trophäen von Ernie an.

Wir machen die Weinprobe auf der Terrasse des riesigen Anwesens. Die Aussicht ist atemberaubend und der Wein schmeckt lecker. Aber es ist unglaublich warm.

Wir sitzen direkt am Golfabschlag. Von der Terrasse versuchen wir, den Golfball in ein Loch etwas unterhalb zu versenken. Natürlich ohne Erfolg… Falls man es schafft, gibt es eine Flasche Wein gratis.

Trotz der Hitze genießen wir den Nachmittag an diesem wunderschönen Ort.

Gegen 17 Uhr sind wir dann am Flughafen und treten die lange Rückreise nach Hause an.

Wow, was für eine Reise!

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